STADTFOTOGRAFIE FRANKFURT
Kleine Turmgeschichte - gestern und heute
 

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Die Hochhäuser der Frankfurter Skyline begleiten uns kilometer-sichtweit. Längst sind sie zum Wahrzeichen Frankfurts geworden. Dabei befinden sie sich in alter Tradition: schon immer waren Türme Wahrzeichen, sie symbolisier(t)en Präsenz, Macht, Potential. Fast jeder kennt die Angstlust, einen Turm mehr oder weniger mühsam zu ersteigen und die Welt unter sich dann spielzeugklein zu betrachten. „Oben“ bedeutet jedenfalls Positiveres als „Unten“. Die Chefetage – ganz oben – repräsentiert auf sprachsymbolischer Ebene ebenso menschliche Hierarchie wie die alte Anrede „Hohe Dame, Hoher Herr“ – sie weisen den Weg, den alle gehen wollen: nach oben. 
 

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Als Zeichen von Macht und Präsenz stehen die Bürotürme in enger Beziehung zum biblischen Turmbau zu Babel, zu den mittelalterlichen toskanischen Geschlechtertürmen oder auch zu den Glockentürmen christlicher Kirchen. Hier wetteiferten Kaiser und Bischof darum, ob der West- bzw. der Ostturm höher sein durfte, denn unter den jeweiligen standen die Throne des weltlichen bzw. geistlichen Herrschers. Auch mit dem gotischen Kathedralbau verbindet die Bürotürme einiges: nicht nur, dass die Skelettbauweise, ein Grundelement moderner Hochhausarchitektur, ihr Fundament in der Gotik hat. Sie ermöglichte es, höher, lichter, eleganter zu konstruieren. Im Streben nach immer mehr Höhe, aber auch im Spiel mit Licht und Farben der gotischen Kirchenfenster sollte reales Sein transzendiert werden, menschliche Gemeinschaft mit göttlicher Existenz verbunden werden.